Sonntag Nachmittag: Sonne, Reggaeklänge vom Soundsystem, exotische Gerüche in der Luft, Strand und Spree. Entspannung im YAAM. Was ist das YAAM? Ein Club? – Ja, und dennoch so viel mehr. Das YAAM ist ein besonderer Ort, der sich nicht beschreiben lässt, den man erleben muss, ein Ort wie kein anderer in diesem Land.
YAAM ist Viele
Jeden Tag kommen Menschen ins YAAM, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, als hätte gerade eine New Yorker U-Bahn am Spreeufer gehalten und alle Fahrgäste hätten sich dazu verabredet, es sich ein paar Stunden miteinander gut gehen zu lassen. Freunde zu machen, zu reden, zu tanzen, Musik zu hören, gut zu essen, Sport zu betreiben, Zeit zu verbringen.
YAAM ist die Mischung
urbane Sportarten wie Streetball, Footbag, Soccer, Skateboarden und Klettern; Black Music in fast jedem Style, ob DJs, Soundsystems oder Live-Bands; afrikanische, karibische, brasilianische oder einfach leckere Essensstände; Graffiti, Kunst, alle Ausdrucksmittel der Urban Culture; und wer noch zu jung für das alles ist, tobt in der Kidzcorner.
YAAM ist Lebensgefühl
Es gibt keinen multikulturelleren Ort in Berlin. YAAM bringt Menschen zusammen: Aus der Karibik und Afrika, aus Brasilien und Ägypten – und auch den hippen Szenegänger aus Mitte und die türkischen Kids aus Kreuzberg. Und wohl nur auf dem YAAM stutzt keiner, wenn Eltern mit ihren Kindern sich genauso wohl fühlen wie pubertierende Jugendliche.
YAAM ist Integration
Menschen aus der Fremde fühlen sich auf einmal zu Hause. Einige leben vom YAAM, ob mit kleinen Jobs oder durch eine Vollzeitstelle. Mancheine/r hat plötzlich wieder eine Perspektive im Leben. Respekt ist der oberste Grundsatz im YAAM – und alle, selbst problematische Jugendliche, halten sich daran.
Ist YAAM auch Zukunft?
Das YAAM ist in vielerlei Hinsicht ein Experimentierfeld, es hat insbesondere mit dem Thema Zwischennutzung seine positiven und negativen Erfahrungen. Immer Zwischennutzer zu sein ist für eine auf längere Dauer angelegte Institution wie das YAAM ein wirtschaftliches Problem, da eine zeitlich längerfristige Perspektive (z.B. 5 Jahre auf einem Gelände) wesentlich höhere Abschlüsse mit künftigen Sponsoren ermöglichen würde. Die oft aufwendigen Absicherungsmaßnahmen für das Gelände könnten außerdem über einen längeren Zeitraum leichter amortisiert werden.
Die Aussicht auf Unterstützung durch den Senat ist im Grunde aufgegeben worden. In Sonntagsreden wird Eigeninitiative und ehrenamtliche Arbeit immer gelobt. YAAM macht genau dies, ohne je einen Cent öffentlichen Geldes bekommen zu haben. Doch wer kein Kostgänger der öffentlichen Hand ist, hat offenbar nicht einmal politische Unterstützung verdient. YAAM als multikulturelles Projekt, das Jugendliche tatsächlich erreicht und im besten Sinne für Streetcredibility steht, ist ein Modell für Jugend – Kultur – Familie – Sport und Intergrationsprojekte in Zeiten knapper Kassen.
YAAM entwickelt sich zum Spezialisten in Sachen temporärer Nutzung. Wie lange unser jetziges Gelände genutzt werden kann, steht noch in den Sternen: Denn hier sollen drei große Bürohäuser entstehen und dies wo Berlin bereits Spitzenreiter beim Leerstand von Büroflächen in Europa ist…
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